Von Annette Nüßle
EHNINGEN. Seit Jahresbeginn steht Carelys Carreras Camporredondo am Dirigentenpult des Ehninger Musikvereins und hat damit die Nachfolge von Thorsten Feisthammel angetreten. Die Kubanerin spielt im baden-württembergischen Polizeiorchester die erste Klarinette und ist ganz begeistert von den Ehninger Musikern. „Nachdem Thorsten Feisthammel nach zehn Jahren aus beruflichen Gründen bei uns aufgehört hat, haben wir frühzeitig mit der Suche nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin begonnen“, sagt Manfred Schimmer, Vorsitzender des Musikvereins. „Insgesamt hatten sich zehn Kandidaten gemeldet, und wir haben drei in die engere Auswahl genommen. Beim Probedirigat mit den Musikern konnte Carelys Carreras Camporredondo einfach alle überzeugen.“
Guter Ruf als Motivation
Die Motivation, sich beim Ehninger Musikverein zu bewerben, sei der gute Ruf des Vereins mit seiner 130-jährigen Vereinsgeschichte gewesen. „Es spielen hier erfahrene Musiker, und der Verein hat eine Größe, mit der vieles möglich ist“, sagt Camporredondo. Auch der regelmäßige Probenbesuch und das Engagement der Musiker habe sie bereits im Vorfeld überzeugt. „Ich habe mich vom ersten Tag an hier sehr wohlgefühlt“, sagt die Kubanerin, die unter anderem bei den Wiener Symphonikern und auch dem Radio-Symphonieorchester immer wieder mitspielt.
Mischung uberzeugt
Die Mischung aus traditioneller Blasmusik und Pop habe sie überzeugt. Künftig wird sie lateinamerikanische Stücke mit ins Repertoire aufnehmen. „Rhythmen wie Tango, Samba, Rumba oder Cha-Cha kommen bereits jetzt bei den Musikern gut an, sie gehen richtig gut mit. Auch wenn diese noch ungewohnten Rhythmen eine Herausforderung sind“, sagt sie. Dass der Probenbesuch so gut ausfällt, das überzeugt auch Manfred Schimmer, dass die richtige Wahl getroffen wurde. „Die Leute stimmen mit den Füßen ab. Wem das Konzept nicht passt, kommt seltener oder gar nicht mehr und das ist nicht der Fall.“ Ihren ersten Auftritt mit dem Orchester hatte Carelys Carreras Camporredondo beim Ehrungsnachmittag und der hat allen Beteiligten viel Spaß gemacht. Jetzt gilt es, für das anstehende Jubiläumskonzert am Samstag, 10. Mai, zu proben. Ein Konzert mit einem völlig neuen Repertoire soll es anlässlich des 130-jährigen Bestehens werden. Dafür gilt es noch einiges zu tun. „Gerade die Schlagzeuger haben es nicht einfach“, weiß Carelys Carreras Camporredondo und übt deshalb auch speziell mit diesen Musikern.
Klarinette, Saxofon, Klavier, Flote, Bass
Sie selbst spielt neben der Klarinette noch Saxofon, Klavier, Flöte und Bass. Aber nichts gehe über die Klarinette. „Der Klang ist wie eine menschliche Stimme, und sie ist so warm“, schwärmt sie über ihr Musikinstrument. Die Liebe zur Klarinette hat bereits in jungen Jahren Claudio Abbado entdeckt und sie zu den Kursen „Ferrara Musica“ und „Mahler Akademie“ eingeladen. Als Studentin war sie mit renommierten Jugendorchestern auf allen wichtigen europäischen Musikfestivals wie zum Beispiel in Edinburgh, London und Salzburg zu hören. „Wir sind sehr froh, dass wir die Stelle so nahtlos besetzen konnten und mit Carelys eine großartige Dirigentin gefunden haben“, sagt Manfred Schimmer. „Jetzt müssen wir nur noch Lehrer für Schlagzeug, Holzblasinstrumente und Posaunen finden, denn im Jugend- und Nachwuchsbereich gibt es aktuell Wartelisten, die wir gerne abbauen möchten.“
„Beim Probedirigat mit den Musikern konnte Carelys Carreras Camporredondo einfach alle überzeugen.“
Manfred Schimmer, Vorsitzender des Musikvereins